Ernährungsberatung von Schwangeren
in der Gynäkologischen Praxis



Teil 1
In früheren Jahren hat man die Schwangeren im
Erstgespräch nach Feststellung der Schwanger-
schaft mit der Empfehlung entlassen, sich mög-
lichst „ausgewogen “, eiweißreich und salzarm
zu ernähren. Vielleicht noch mit der Zusatz-
empfehlung, jodiertes Salz zu verwenden. Heute
wissen wir weit mehr über die Bedeutung und
Notwendigkeit einer differenzierten Ernährungs-
beratung und sollten uns daher mindestens
15-20 Minuten Zeit dafür nehmen. Nach erfolgter
Aufklärung über die Bedeutung einer bedarfs-
gerechten, gesunden Ernährungsweise, wird von
den Schwangeren auch schriftliches Info-Material
interessiert angenommen. Die Devise sollte stets
lauten: Frühzeitig beraten – Mängel vermeiden..
Ein erhebliches Problem in der Vitalstoff-Versor-
gung (nicht nur für Schwangere!) stellt die
Nährstoff-Qualität vieler Nahrungsmittel dar.
Sie ist innerhalb der letzten 20 Jahre deutlich
gesunken. Selbst ernährungsbewusste Ver-
braucher haben es daher immer schwerer, sich
vollwertig zu ernähren.

An ganz vielen Nährstoffen mangelt es, nicht nur
an der für die Schwangerschaft so bedeutsamen
Folsäure. Ausgelaugte Böden, einseitige Über-
düngung, hohe Nitratbelastung etc. verursachen
einen Mangel an essentiellen Mineralien wie
Magnesium, Zink und Selen. Insgesamt hat die
hohe Schadstoffbelastung unserer Umwelt dazu
geführt, dass wir vielfach mangelernährt sind bei
deutlicher Zunahme des Übergewicht-Problems.
Vor allem Schwangere und Stillende müssen im
Hinblick auf eine bedarfsgerechte Vitamin- und
Mineralstoff- Versorgung als Risikogruppe einge-
stuft werden.Die erhöhte Stoffwechselleistung
während Gravidität und Laktation führt zu
einer erhöhten Utilisation an essentiellen Mikro-
nährstoffen. Der Vitamin-Bedarf erhöht sich in
der Schwangerschaft um ca.30%, in der Stillzeit
sogar um 50%. Übelkeit und eventuelles Erbre-
chen am Beginn der Schwangerschaft können zu
erheblichen, zusätzlichen Vitamin- und Mineral-
stoff- Verlusten führen. Im 2. und 3. Trimenon
werden erhebliche Vitalstoffmengen auf den
Fötus übertragen. Ist die Versorgung an Vitaminen...


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